Gefühlte Beliebtheit, politische Willensbildung und die Sache mit dem Sozialismus

In der vergangenen Ausgabe der Zwiebel Esslingen¹ rühmte sich die lokale AfD damit, die beliebteste Partei Deutschlands zu sein. Die Wahrheit: 80% der Deutschen haben die AfD bei der letzten Bundestagswahl NICHT gewählt. Alice Weidel rangiert im Beliebtheitsranking relevanter Politiker (Sympathie und Leistung) weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Ein breites Spektrum der Gesellschaft wehrt sich täglich gegen die AfD. Aus guten Gründen ist die AfD die unbeliebteste Partei Deutschlands.

Weiter hält sich die AfD für das erfolgreichste Demokratieprojekt der jüngeren Geschichte. Hierzu folgende Feststellungen: eine Partei ist nicht demokratisch, nur weil sie es zu sein behauptet. Eine Partei ist auch nicht zwingend demokratisch, nur weil sie demokratisch gewählt wurde. Ein fundamentales Element einer lebendigen Demokratie ist die politische Willensbildung. Hierzu bedarf es der Medienkompetenz und Informiertheit der Bürger. Die AfD, ihr Vorfeld und Medien im Besitz weniger Multimillionäre verbreiten täglich Desinformation, Fake News, Angst und Hetze. Sie zerstören so die politische Willensbildung und damit unsere Demokratie. Die AfD ist das derzeit erfolgreichste Demokratiezerstörungsprojekt in unserem Land.

Letzter Punkt. Das „Nie wieder Nationalsozialismus“ der AfD ist eine bewusste Irreführung – die Verneinung ist nichts weiter als eine sich auf den im Begriff enthaltenen „Sozialismus“ beziehende Wortklauberei. Aber lt. Alice Weidel war Hitler ja auch ein Linker. Nun ja. Tatsächlich strebt die AfD einen völkischen Nationalismus an, der das Ende unserer Freiheit, den wirtschaftlichen Niedergang und das Leid vieler, vieler Menschen zur Folge haben wird. Björn Höcke nennt dies „wohltemperierte Grausamkeit“.

¹ 30. April 2026, KW 18, 25. Jahrgang