Kategorie: Köthe-watch

  • Was hat das mit Kommunalpolitik zu tun?

    Update 14. Juli 2026

    Es ist zu hoffen, dass die Bürger*innen Esslingens verstehen, wie Stephan Köthe mit Hetze, Populismus, Angst schüren, Täter-Opfer-Umkehr und der Verzerrung und dem Weglassen von Fakten das Miteinander in unserer Stadt vergiftet. Was Köthe betreibt ist rechte fundamentaloppositionelle Agitation mit lästiger Alibi-Kommunalpolitik. Köthe inszeniert die Wahrheit – und das ganz schön schlecht. Eine Liste.

    Anmerkung: Mir ist bewusst, dass meine Kommentare ein gewisses Maß an Zynismus bzw. Sarkasmus enthalten, was jedoch nichts an den Fakten ändert. Irgendwie muss man mit der Dreistigkeit und Heuchelei halt fertig werden.

    8. Juli 2026

    Stephan postet unter dem Titel „Der Weltkrieg kommt!“ eine „epochale Rede“ der Russenhandpuppe Roger Köppel. Gehts vielleicht ne Nummer kleiner? Weltkrieg, ick hör dir trappsen! Link

    3. Juli 2026

    Köthe suggeriert durch seinen Artikel in der Zwiebel, dass er irgendetwas mit dem neuen Neckaruferpark zu tun habe. Link

    29. Juni 2026

    Stephan Köthe halluziniert davon, dass die AfD der einzige Garant für die Sicherheit jüdischen Lebens in Deutschland sei. Ja. Link

    20. Juni 2026

    Stephan Köthe simuliert Beteiligung in dem er einen Bericht zur Eröffnung des Neckaruferparks zusammenkopiert. Link

    19. Juni 2026

    Köthe beschwert sich über die Weigerung der Zwiebel seinen polemischen Artikel, der nicht in Zusammenhang mit Esslinger Kommunalpolitik steht, abzudrucken. Link

    16. Juni 2026

    Der christliche Fundamentalist Köthe hat ein Problem mit dem „Zwieblinger Teufel“. Quelle surprise! Immer den Anwalt der Bürger und des Einzelhandels raushängen lassen und dann aus Glaubensgründen, die er niemals zugeben würde, gegen das Wohl der Stadt stimmen. Der katholische Kirchengemeinderat Matthias war übrigens der zweite, der gegen den Teufel gestimmt hat. Und alle nochmal zusammen: Quelle surprise! Link

    10. Juni 2026

    Stephan Köthe beschwert sich über den Ausschluss aus dem Plenum von !Aufstehen! Esslinger Initiative für Demokratie. Eine typische Provokation, die in der üblichen Opferrolle und Quatschgerede von einer Neutralitätspflicht mündet. Link

    06. Juni 2026

    Stephan Köthe verbreitet eine Rede des Schwurblers und radikalen Anti-Choice-Aktivisten Paul Cullen. Link

    02. Juni 2026

    Stephan Köthe listet Fälle von angeblicher Repression durch den Staat auf. Link

    29. Mai 2026

    Stephan Köthe nutzt die Schenkung einer Skulptur um OB und Gemeinderat mit Schmutz zu bewerfen inklusive dem üblichen Herbeireden vom wirtschaftlichen Niedergang Esslingens. Link

    29. Mai 2026

    Stephan Köthe setzt seine Liste des „sterbenden“ Einzelhandels fort. Der Schuldige: OB Matthias Klopfer. Link

    22. Mai 2026

    Stephan Köthe nutzt die schwierige Wohnungslage und spielt Geflüchtete und Familien gegeneinander aus. Das Vokabular wie üblich extradüster: „schwarzer Freitag“, „schwerer Einbruch“, „dramatisch“, „Zusammenbruch“. Schuld: angebliche Ideologien, Klima- und Energiewende, Geflüchtete, Kriegslüsternheit. Link

    15. Mai 2026

    Stephan Köthe sucht lange und findet vier Dinge, die „in Esslingen schief laufen“. Schuld: vor allem OB Klopfer. Link

    30. April 2026

    Stephan Köthe erklärt uns, warum es in Esslingen „abwärts geht“. Link

    18. April 2026

    Stephan Köthe in der Zwiebel: „Unser Auftrag ist es Politik für die Bürgerinnen und Bürger zu machen – nicht andere Parteien zu bekämpfen.“ 🤡🤡🤡 Link
    Anmerkung: schauen Sie sich dazu doch mal die Website von MdB Marc Bernhard an. Im Anschluss bewerten Sie Köthes Aussage. Link

    14. April 2026

    Stephan Köthe bemängelt, dass Alexander Anderka (Statist, der genauso wie Jürgen Häußler neben dem Alphatier Köthe nichts zu melden hat) auf einem Foto abgeschnitten wurde. Schuld: die Esslinger Zeitung und OB Klopfer. Köthe zieht sogar einen Vergleich zu Stalin aus dem Hut. Der Esslinger Zeitung hält er den Pressekodex vor. Lustig für jemanden der regelmäßig zu nius / Julian Reichelt verlinkt. Link

    10. April 2026

    Ausnahmsweise darf Herr Häußler ran um sich über die hohen Spritpreise aufzuregen. „Autoland ist abgebrannt“, „Die Koalition des industriellen Niedergangs“. Link

    31. März 2026

    Stephan Köthe identifiziert den „Öko-Wahn“ als die Wurzel allen Übels. Link

    27. März 2026

    Stephan Köthe zitiert den „Propheten Jesaja, Kapitel 53“ aus dem Alten Testament. Link

  • Die AfD-Fraktion im Landtag hat keinen eigenen Fraktionssitzungssaal, weil …

    Die AfD als angebliches Opfer antidemokratischer Altparteien — Beweisstücke B und C.

    Zu Beweisstück A hier lang.

    Beweisstück B

    Stephan Köthe (darf seit neuestem MdL hinter seinen Namen schreiben und tut dies mit großem Genuss) berichtete am 22. Mai in der Kategorie „Bad News“ unter dem Titel Die AfD-Fraktion im Landtag hat keinen eigenen Fraktionssitzungssaal über den Todesmarsch, den die stolzen, deutschen Verteidiger unserer Freiheit regelmäßig auf sich nehmen müssen. Mit einer Außenfotografie der Agora des Bürger- und Medienzentrums möchte Köthe mglw. noch suggerieren, dass man die Sitzungen im Freien abhalten müsse. So weit, so dramatisch. Ganz der Wahrheit verpflichtet, wäre es jedoch wünschenswert gewesen, wenn Herr Köthe auch die zugrunde liegenden Umstände ausgeführt hätte.

    Im Juni 2023 fand man im Büro des AfD-Landtagsabgeordneten Udo Stein Munition und ein Jagdmesser. Dieser befand sich zu der Zeit wegen eines Angriffs (Anklage wg. Hausfriedensbruch, Verstoß gegen das Waffengesetz und versuchte Körperverletzung) in einer psychiatrischen Einrichtung. ¹ Im Nachgang wurden dem Jäger Stein sämtliche auffindbaren Waffen abgenommen. Nichts bekannt ist jedoch über den Verbleib einer Pistole der Marke Glock, die Stein angeblich im Wald verloren haben will. ² Die Affäre löste eine Sicherheitsdebatte aus, an dessen Ende verschärfte Zutrittsregelungen standen. Hieraus entwickelte sich der gut dokumentierte Tunnel-Streit ³ und die Tatsache, dass die AfD-Fraktion derzeit oberirdisch zu ihren Sitzungen läuft.

    Es ist aber nicht so, dass der Fall Udo Stein das erste sicherheitsrelevante Ereignis gewesen wäre. 2018 wurde bekannt, dass die AfD-Landtagsabgeordneten Christina Baum und Heiner Merz mit Marcel Grauf ein ehemaliges NPD-Mitglied als wissenschaftlichen Mitarbeiter beschäftigten — inklusive Zutritt zum Landtag. ⁵ ⁶
    Zitierte Aussagen Graufs aus geleakten Chatprotokollen: „Nigger, Sandneger. lch hasse sie alle“, „lch würde niemanden verurteilen, der ein bewohntes Asylantenheim anzündet“, „Juderei“ oder „lch wünsche mir so sehr einen Bürgerkrieg und Millionen Tote. Frauen, Kinder. Mir egal. Hauptsache es geht los.“

    Ganz aktuell sind bekannt gewordene Äußerungen des Stuttgarter AfD-Stadtrates Niels Foitzik auf Tiktok. ⁷ „Jeder war willkommen und jeder war wertgeschätzt unter Adolf Hitler.“ Auch äußerte Foitzik gewaltvolle Sexualphantasien über eine Stuttgarter AfD-Kollegin.

    Das aggressive Verhalten der AfD-Fraktion im Landtag (im AfD-Neusprech „hart in der Sache“ und „freie Meinungsäußerung“ genannt) ist seit ihrem ersten Einzug hinlänglich bekannt. Und so wundert es in der Summe nicht, dass sämtliche Mitglieder der demokratischen Fraktionen ein berechtigtes, erhöhtes Sicherheitsbedürfnis haben. Dinge geschehen nicht um luftleeren Raum; außer im Kopf von Herrn Köthe.

    Beweisstück C

    In seinem „Bericht“ von der konstituierenden Sitzung des Landtages echauffiert sich Stephan Köthe über die von Dr. Wolfgang Reinhart (CDU) an die AfD gerichteten Worte. Zitat Dr. Reinhart: „In der letzten Dekade mussten wir oft auch Diffamierungen zurückweisen. Deshalb appelliere ich hier auch an die größer gewordene, neue Oppositionsfraktion: Nutzen Sie in den kommenden Jahren als neue Fraktion die neue Chance zu sachorientierter, konstruktiver Debatte.

    Mit gespielter Empörung und einer ordentlichen Portion Whataboutism beschwert sich Köthe über die angeblichen „unsäglichen Beschimpfungen“ seitens CDU, SPD und Grünen und natürlich über die selten dämliche Hakenkreuzaktion von SPD-Vizepräsident Daniel Born. ⁸ Er (Köthe) habe noch keinen Ton von sich gegeben und müsse sich nun die Ermahnung von Dr. Reinhart anhören. Im Rahmen seiner Funktion als MdL hat Köthe wahrscheinlich in der Tat noch keinen Ton am Wirkungsort von sich gegeben. Andere hingegen schon. „Ich meine, Söder ist ja nicht nur körperlich behindert, auch manchmal geistig, …“ — Emil Sänze, „… einmal kurz die Fresse halten …“ — Daniel Lindenschmid

    ¹ https://www.spiegel.de/politik/deutschland/baden-wuerttemberg-munition-und-jagdmesser-im-afd-buero-landtag-reagiert-a-c875cee7-c332-46a9-9ca2-bc9e958918ae

    ² https://www.zvw.de/stuttgart-region/gef%C3%A4hrderansprache-waffen-hausverbot-anwalt-nennt-details-zur-causa-udo-stein_arid-679909

    ³ https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/politik-und-verwaltung/was-hinter-dem-streit-um-die-afd-und-den-tunnel-steckt/

    https://www.deutschlandfunk.de/prozess-um-rassistische-chats-ein-sieg-fuer-die-100.html

    https://www.bdzv.de/awards/theodor-wolff-preis/nominierte-texte/2019/anna-hunger/nominierter-text

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.landtag-in-stuttgart-pruefung-von-strikterem-umgang-mit-abgeordneten-mitarbeitern.8fc16685-010c-4204-bd49-71f0c4bb8bc1.html

    https://www.juedische-allgemeine.de/politik/der-nationalsozialismus-war-wunderschoen-afd-gemeinderat-droht-parteiausschluss/

    https://www.fr.de/politik/schande-landtag-baden-wuerttemberg-stimmzettel-mit-hakenkreuz-beschmiert-eine-zr-93850942.html

  • Vom Sterben der Fachkompetenz, als die welche AfD-Stadtrat Stephan Köthe nicht kümmern tut

    Stephan Köthe am 15. Mai 2026 (Update; erste Version von 2025) auf der Website der AfD Esslingen:

    Vom Sterben der Qualitätseinzelhändler, welches OB Matthias Klopfer nicht kümmert

    Aktualisierung vom 15.05.2026: Blumen Wengert in der Neckarstraße 91 in Esslingen schließt!

    Das sagen Einzelhändler zur Marktsituation in Esslingen:

    • „Es fehlt an Kunden!“
    • „Es fehlt an einem Magneten wie Zara, Mango oder Primarkt, der die Kunden in die Stadt zieht!“
    • „Genehmigungen für Nutzungsänderungen dauern viel zu lange! Will man eine Fläche von Einzelhandel nach Gastronomie umwidmen, dauert es Monate – bis zu einem Jahr – und es kostet Hunderte Euro an Gebühren plus die Kosten für den Innenarchitekten (eine mittlere 5 stelligen Summe)!“
    • „Nach 18:00 Uhr ist tote Hose!“
    • „Das ist eine Stadt zum Eis-Essen geworden!“
    • „Saturn schließt und ein Aldi kommt rein?! Niemand kommt wegen eines Aldis extra in die Innenstadt!“
    • „Der Spielhansl schließt und dafür kommt ein Nagelstudio? In eine Premium-Lage?“

    Esslinger Einzelhändler fühlen sich im Stich gelassen! Und sie sind es!

    Dass Oberbürgermeister Matthias Klopfer die neue Stadtbücherei unbedingt im Kögel-Areal unterbringen will – koste es, was es wolle – ist ein politischer Offenbarungseid. Die letzte große, zentral gelegene Einzelhandelsfläche, prädestiniert für einen Kundenmagneten, wie ihn der innerstädtische Handel so dringend braucht, wird zweckentfremdet – für ein Prestigeprojekt. Ohne Zweifel: Die Bücherei im Kögel wäre schön. Aber das hilft der Innenstadt nicht. OB Klopfer gibt die City kampflos auf.
    Das nächste Prestige-Projekt ist schon in der Pipeline: die VHS soll in die Kernstadt kommen. Auch das bringt keine Kunden. Am Ende kommt eine Nutzungsänderung für Einzelhandelsflächen zu Wohnraum. Einen Weg zurück zu einer prosperierenden Innenstadt wird es dann nicht mehr geben. Unser Antrag zur gezielten Förderung des Einzelhandels sowie von Kunst und Kultur im Kernstadtgebiet wurde im Gemeinderat zwar zur Kenntnis genommen – aber ignoriert. Wirkung: keine.
    Zweifellos: Die Rahmenbedingungen sind schwierig – aber wo ein Wille für eine lebendige Innenstadt voller Einzelhändler und Gastronomie ist, da ist auch ein Weg. Wer nicht kämpft, der hat schon verloren. Dieser Wille ist bei OB Klopfer nicht erkennbar.

    Mein Kommentar: Die AfD ernährt sich von Krisen und nimmt wirklich jede Gelegenheit zur Spaltung und Hetze wahr. Stephan Köthe unterstellt Herrn OB Klopfer, dass ihn die Situation nicht kümmere, dass er die City kampflos aufgebe; er keinen Willen zum Kampf erkennen ließe. Das Wort „Kampf“ scheint Köthe irgendwie wichtig zu sein. Neben der Verwendung von möglichst apokalyptischem Vokabular („Sterben der Qualitätseinzelhändler“, „beispielloser Niedergang“, „Deutschland im freien Fall“) besteht das Talent der Esslinger AfD vor allem im spielen der Opferrolle. So beklagt man sich, dass der Antrag der AfD-Fraktion vom 07.01.2025 zur „Förderung des Einzelhandels und des Kunst- und Kulturbereichs im Innenstadtgebiet von Esslingen“ im Gemeinderat „zur Kenntnis genommen aber ignoriert“ wurde. Ja was denn nun? Zur Kenntnis genommen oder ignoriert? Beides geht nicht. Geschenkt. Der Antrag wurde am 10. Februar an den Verwaltungsausschuss verwiesen und dort am 24. März mit Begründung abgelehnt. Das, was Köthe „ignorieren“ nennt, nennen Fachleute hingegen ganz normale Kommunalpolitik. Möglicherweise lag es an dem Inhalt des Antrages, in dem drei der vier Antragspunkte längst umgesetzt wurden. Ein Beispiel: Die geforderte Ermittlung des besonders förderbedürftigen Innenstadtgebiets gibt es bereits seit 2021 (Abb. 6, Seite 15). Anstatt sich auf kompetente Weise mit einem mit einer Vielzahl von Sachzwängen versehenen Problem zu befassen, bevorzugt es die Esslinger AfD-Fraktion ihren mangelnden Sachverstand durch sinnlose Anträge zu offenbaren und entsprechend ihrer Agenda andere fleißig mit Dreck zu bewerfen. Besonders „schön“ sind Stephan Köthes Powersätze zum Ende: „wo ein Wille […] ist, da ist auch ein Weg.“ und „Wer nicht kämpft, der hat schon verloren.“ Was für ein nutzloses Dummgschwätz. Freuen wir uns auf die Machtübernahme der AfD. Das Verbieten von Regenbogenfahnen, Massendeportationen, Bau von Verbrennern ohne Markt und die Wiedereinführung des Mutterkreuzes die Willkommenskultur für (biodeutsche) Kinder werden unsere Innenstädte ganz, ganz bestimmt retten.

  • Die (un)christliche Doppelmoral des Stephan Köthe

    Am 25. April postete Stephan Köthe (MdL Baden-Württemberg, AfD Esslingen) auf seiner Website einen Artikel ¹ mit dem Titel „Gedenktag der Märtyrer des Völkermords an den Armeniern (1915) – das unendliche Leid der Armenier und wie respektlos Minister Manfred Lucha das Gedenken für Parteipolitik mißbraucht“.

    Köthe: „[F]ast die gesamte armenische Bevölkerung Anatoliens [wurde] deportiert, auf Todesmärsche in die syrische Wüste geschickt, massakriert, vergewaltigt und ausgeplündert. […] Die Leugnung durch die Türkei bis heute ist eine Fortsetzung des Unrechts. […] Minister Lucha hat sein Grußwort bei einem Gedenkgottesdienst zum Völkermord an den Armeniern genutzt, um eine politische Attacke gegen die Opposition, die AfD-Fraktion im Landtag, zu führen. Die Instrumentalisierung einer Veranstaltung des Gedenkens der Opfer für tagespolitische Auseinandersetzungen ist unangemessen und würdelos. Als Mitglied der Landesregierung unterliegt Minister Lucha dem Neutralitätsgebot. Die einseitige Stigmatisierung einer demokratisch gewählten Oppositionspartei […] überschreite[t] diese Grenze. Gedenkveranstaltungen sollten Orte der Erinnerung und des Respekts sein – nicht der parteipolitischen Abgrenzung. Ich schäme mich für einen solchen Minister.

    Interessanterweise erwähnt Köthe in seinem Post nicht die Tatsache, dass es sich bei den Ermordeten um Christen und bei den Tätern um Muslime handelt. Den einzigen, indirekten Hinweis gibt seine Verwendung des Wortes „Märtyrer“. Wieso vergisst das Mitglied einer Partei, die alle Muslime am liebsten abschieben möchte, diese Tatsache? Vielleicht weil er das Gedenken selbst für Parteipolitik missbraucht? Lucha war in seiner Funktion als Minister für Soziales, Gesundheit und Integration vor Ort. Der christliche Fundamentalist Köthe war gemeinsam mit seinem nicht minder radikalen Landtagskollegen und Freikirchler Joachim Kuhs zugegen; in erster Linie nicht um zu gedenken, sondern um sich mutmaßlich an die armenische Gemeinde ranzuwanzen. Man kann es wirklich nicht anders sagen. Dass Köthe aufgrund seiner Teilnahme und den anschließenden „empathischen“ Ausführungen zum Genozid zu Beginn seines Textes als menschlich rüberkommt, ist dann noch ein netter Beifang.

    Ein Musterbeispiel an Doppelmoral liefert Köthe mit seiner Kritik an der Leugnung des Genozid durch die Türkei. Gleichzeitig beantragte die AfD im Dezember 2019 im Bundestag „Die deutsche Kolonialzeit kulturpolitisch differenziert auf[zu]arbeiten“. Gemeint ist der Völkermord an den Herero und Nama in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia). Es habe zwar „unverhältnismäßige Härten und Grausamkeiten“ gegeben, von einem „systematisch oder vorsätzlich herbeigeführten Völkermord“ könne aber keine Rede sein. Wurden Christen von Muslimen deportiert, auf Todesmärsche in die Wüste geschickt, massakriert und ausgeplündert ist das für Köthe, Kuhs und Co sehr schlimm. Aber wurden afrikanische Stämme von deutschen Kolonialisten ihrer Lebensgrundlage beraubt, unterworfen, vertrieben, massakriert und zum Verdursten in die Wüste getrieben, muss man sich jetzt schon aber mal um eine „differenzierte Auseinandersetzung“ mit dem deutschen Kolonialismus bemühen.

    Zum „respektlosen“ Missbrauch des Gedenkens für Parteipolitik durch Manfred Lucha: Köthe echauffiert sich über Luchas klare Benennung der AfD als eine vom Verfassungsschutz beobachtete, rechtsradikale Partei. Auch Luchas Feststellung, dass die AfD in kein Parlament gehöre und für Rassismus, Diskriminierung, Ausgrenzung und Intoleranz stehe, stößt ihm sauer auf. Immerhin stört die Einlassung Luchas die Vibes zwischen Köthe, Kuhs und der armenischen Community. Das obligatorische Rumgewedel mit dem angeblichen Neutralitätsgebot darf in Köthes Klage natürlich auch nicht fehlen. Aber selbstverständlich hat Manfred Lucha sehr Recht. Da gedenkt man unter anderem der Deportation einer ganzen Volksgruppe, während zwei der Anwesenden zu einer Partei gehören, die genau das für Millionen von Menschen mit Migrationshintergrund fordert – bis die Startbahn glüht.

    ¹ Screenshot stephan-koethe.de abgerufen 09.05.2026

  • Gefühlte Beliebtheit, politische Willensbildung und die Sache mit dem Sozialismus

    In der vergangenen Ausgabe der Zwiebel Esslingen¹ rühmte sich die lokale AfD damit, die beliebteste Partei Deutschlands zu sein. Die Wahrheit: 80% der Deutschen haben die AfD bei der letzten Bundestagswahl NICHT gewählt. Alice Weidel rangiert im Beliebtheitsranking relevanter Politiker (Sympathie und Leistung) weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Ein breites Spektrum der Gesellschaft wehrt sich täglich gegen die AfD. Aus guten Gründen ist die AfD die unbeliebteste Partei Deutschlands.

    Weiter hält sich die AfD für das erfolgreichste Demokratieprojekt der jüngeren Geschichte. Hierzu folgende Feststellungen: eine Partei ist nicht demokratisch, nur weil sie es zu sein behauptet. Eine Partei ist auch nicht zwingend demokratisch, nur weil sie demokratisch gewählt wurde. Ein fundamentales Element einer lebendigen Demokratie ist die politische Willensbildung. Hierzu bedarf es der Medienkompetenz und Informiertheit der Bürger. Die AfD, ihr Vorfeld und Medien im Besitz weniger Multimillionäre verbreiten täglich Desinformation, Fake News, Angst und Hetze. Sie zerstören so die politische Willensbildung und damit unsere Demokratie. Die AfD ist das derzeit erfolgreichste Demokratiezerstörungsprojekt in unserem Land.

    Letzter Punkt. Das „Nie wieder Nationalsozialismus“ der AfD ist eine bewusste Irreführung – die Verneinung ist nichts weiter als eine sich auf den im Begriff enthaltenen „Sozialismus“ beziehende Wortklauberei. Aber lt. Alice Weidel war Hitler ja auch ein Linker. Nun ja. Tatsächlich strebt die AfD einen völkischen Nationalismus an, der das Ende unserer Freiheit, den wirtschaftlichen Niedergang und das Leid vieler, vieler Menschen zur Folge haben wird. Björn Höcke nennt dies „wohltemperierte Grausamkeit“.

    ¹ 30. April 2026, KW 18, 25. Jahrgang